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Moin moin aus dem Norden!

Gestern hatte ich ein beeindruckendes Erlebnis.

Nach einer kleinen Wanderung ließen wir den sonnigen Sonntagnachmittag noch in einem Café ausklingen. Unser Hund lag im Schatten und zu unseren Füßen. Plötzlich spricht mich ein völlig fremder Mann am Nachbartisch an: „Kann es sein, dass Ihr Hund krank ist?“ Ich fragte ihn, ob er Tierarzt sei und wie er darauf komme. Nein, Tierarzt sei er nicht, aber er habe eine gute Intuition und Empathie.

Bereits während unserer Wanderung hatte ich das Gefühl, dass mit unserem spanischen Vierbeiner etwas nicht stimmt, ohne, dass ich genau sagen konnte, was. Dieser fremde Mann bestätigte in dem Moment meine Wahrnehmung und ich beschloss, gleich heute Morgen zur Tierärztin zu fahren. So weit kam es jedoch nicht, da wir gestern Abend bereits notfallmäßig mit unserem Hund zur Tierärztin mussten. (Für alle, die mich kennen und sich an dieser Stelle fragen, wie es wohl Domingo geht: Ich denke, er ist auf dem Weg der Besserung😊).

Was ich dir damit sagen möchte?

Was für ein wertvolles Geschenk unsere Intuition doch ist. Die Begegnung mit diesem Mann und die Art, wie er mit seiner empathisch-intuitiven Fähigkeit umgeht, beschäftigt mich noch immer.

Dabei ist die intuitive Wahrnehmung eine natürliche Fähigkeit von uns Menschen, die jedoch oft brach liegt wie ein untrainierter Muskel, der seine Kraft verloren hat. Intuition kann man in der Regel zunächst nicht rational begründen und daher trauen viele Menschen ihrer Intuition nicht (mehr). Doch in Situationen, in denen wir aus dem Bauchgefühl heraus entschieden haben und unser Verstand diese Bauchentscheidungen im Nachhinein überprüft, stellen wir meistens fest, dass wir uns auf unsere Intuition verlassen konnten.

Der Intuitionsforscher Dr. Gerd Gigerenzer spricht davon, dass wir häufig Entscheidungen überbewerten, die allein auf nachvollziehbaren Gründen und analytischen Fakten beruhen. Wir lassen Entscheidungen von außen absichern, was wiederum nicht unbedingt für bessere Entscheidungen sorgt, sondern häufig nur dazu führt, dass viele Menschen ihre Probleme aufschieben oder sich gefangen fühlen im Käfig ihrer Ängste und Befürchtungen.

Ich weiß nicht, wie es dir mit deiner Intuition geht.
Falls du zu den Menschen gehörst, die sagen: „Ja, ein bisschen Training könnte mir ganz gut tun“, möchte ich dir heute eine kleine Übung dazu vorschlagen:

1. Kommuniziere mal einen ganzen Vormittag lang intuitiv. Sprich mutig das aus, was dir intuitiv in den Sinn kommt, spontan und ohne länger darüber nachzudenken, was jetzt die richtige oder angemessene Reaktion wäre. Zum Beispiel: „Das will ich jetzt nicht“, „dabei habe ich ein ungutes Gefühl“…
Wie geht es dir dabei? Wie reagieren andere auf dich?

2. Den Nachmittag könntest du dann ganz „vernünftig kommunizieren“. Denke länger nach, bevor du antwortest, erbitte dir Bedenkzeit für eine Entscheidung und handle erst, bevor du genau überlegt hast.
Wie fühlst du dich dabei? Wie reagieren andere, wenn du „vernünftig kommunizierst“?

3. Wenn du am Abend diesen Tag Revue passieren lässt: Welchen Unterschied stellst du zwischen deiner intuitiven und der „vernünftigen“ Kommunikation fest? Welche Entscheidung hast du wann und wie getroffen? Und wie beurteilst du diese Entscheidungen am Abend?

Ich sende dir eine sonnig-frische Brise von der Ostsee und wünsche dir- falls das für dich von Bedeutung ist- den Mut, deiner Intuition zu trauen.

Jana Höhn