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Ich bin mir heute nicht sicher, ob ich diese alte chinesische Weisheit lieben oder hassen soll.

Es gibt einige Menschen in meinem Umfeld, die mich als eilig oder schnell bezeichnen. Schnell in Entscheidungen, schnell beim Essen, schnell zu Fuß, schnell in der Umsetzung von Ideen, schnell mit Gedanken und mit Worten…

Bei manchem stimme ich zähneknirschend zu, manches nehme ich sogar als Kompliment und einiges macht mir fast ein bisschen Angst.

Was meine zukünftigen beruflichen Ideen und Pläne betrifft, habe ich in den letzten Wochen wieder mal ordentlich Fahrt aufgenommen. Das sorgt auch dafür, dass ich den einen oder anderen Menschen in meinem Leben, der nicht so schnell unterwegs ist, regelrecht  als „Bremse“ erlebe. So, als würde er oder sie mich in meiner Entwicklung aufhalten wollen.  Und dann kann es passieren, dass ich wütend werde. Warum kann denn dieser Mensch nicht einfach so „mitziehen“?

Heute sprach mich eine Freundin vorsichtig darauf an und bot mir sinngemäß folgenden Perspektivwechsel  dazu: „Es könnte ja sein, dass es gerade in Zeiten, in denen du schnell durchstartest und hoch hinaus willst, besonders wichtig ist, Menschen an deiner Seite zu haben,  die dich mit ihrem gemächlicheren Tempo davon abhalten, abzuheben. Die dich daran erinnern, wie wichtig es ist, langsam zu essen, genügend Schlaf zu haben oder einfach nur die Natur und den Moment faul zu genießen. Die dir dabei helfen, im Hier und Jetzt verwurzelt zu bleiben.“

Ich gebe zu, mir gefällt auch das Bild vom Gummibaum am See Genezareth, von dem mir meine Freundin anschließend erzählte. Der Gummibaum, der mit seinem riesigen Umfang hoch und wild hinauswächst und gleichzeitig tief verwurzelt ist.

„Sei wie dieser Gummibaum…“ sagte meine Freundin noch.

Wenn ich einigen  Zeitmanagement-Tipps Glauben schenke und dem Paradoxon von „wenn du es eilig hast, gehe langsam“ folge,  passieren angeblich weniger Fehler und ich komme sogar schneller, aber vor allem ausgeruhter, zum Ziel.

Vielleicht versuche ich das morgen mal probehalber, traue dem Bild meiner Freundin und sehe die langsameren Menschen in meinem Leben als Geschenk, weil sie  mich wie der Gummibaum an meine Wurzeln erinnern. Mal sehen. Vom Kopf her erscheint mir das klar. Und doch fällt es mir im Moment noch leichter, mich über die „Bremsen“  in meinem Leben aufzuregen…ist ja schon einfacher, der Hund zu sein, statt der Baum, oder?! 😉

Danke, Sybille!

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Herzliche Grüße

Jana